Arbeitest du in deinem Business noch in der falschen Rolle?

Wenn dein Business wächst, verändert sich nicht nur dein Umsatz, dein Angebot oder die Anzahl deiner Kundinnen. Eigentlich müsste sich mit dem Wachstum auch deine eigene Rolle verändern.

Genau das passiert allerdings häufig nicht, stattdessen werden wir mit unserem Business immer besser darin, unsere eigene beste Mitarbeiterin zu sein.

Bei mir war das genauso. Und ich sehe es auch bei vielen Unternehmerinnen, deren Business längst gut läuft: Sie schreiben Texte, beantworten E-Mails, führen Kundencalls, kümmern sich um Rechnungen und Buchhaltung, überarbeiten die Website, planen Launches, lösen technische Probleme und springen überall dort ein, wo gerade etwas erledigt werden muss.

Und weil wir ziemlich gut darin sind, Dinge umzusetzen, funktioniert dieses Modell erstaunlich lange.

Das Business wächst. Die Aufgaben werden mehr. Die Verantwortung nimmt zu. Also arbeiten wir ein bisschen mehr, organisieren uns noch besser und optimieren unsere Abläufe.

Bis irgendwann der Punkt kommt, an dem genau das nicht mehr funktioniert.

Du arbeitest vielleicht mehr als noch vor zwei Jahren, trägst deutlich mehr Verantwortung und bist gefühlt den ganzen Tag beschäftigt. Trotzdem entwickelt sich dein Business nicht mehr in dem Tempo weiter, das eigentlich möglich wäre.

Das Problem ist dann häufig nicht deine Produktivität. Das Problem ist deine Rolle.

Deine beste Mitarbeiterin ist nicht automatisch eine gute Geschäftsführerin

Gerade wenn du dein Business allein aufgebaut hast, ist es völlig normal, dass du am Anfang fast jede Aufgabe selbst übernimmst. Irgendjemand muss schließlich die Website bauen, Rechnungen schreiben, Kundinnen betreuen, Angebote erstellen und Content veröffentlichen.

Schwierig wird es erst, wenn dein Business längst eine andere Führung bräuchte, du selbst aber weiterhin hauptsächlich mit der Umsetzung beschäftigt bist.

Denn die Rolle der Mitarbeiterin hat eine wichtige Aufgabe: Sie hält dein Business am Laufen.

Sie sorgt dafür, dass Dinge erledigt werden, Kundinnen ihre Leistung bekommen und Termine eingehalten werden.

Was sie jedoch nicht automatisch tut: das Business weiterentwickeln.

Und genau deshalb reicht es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, einfach schneller, produktiver oder organisierter zu werden.

Du musst anfangen, deine Rolle zu verändern.

Die vier Rollen in deinem Business

Ich unterscheide dabei vier Rollen, die mit wachsendem Business immer wichtiger werden.

1. Die Mitarbeiterin

Sie setzt um.

Sie schreibt den Newsletter, erstellt die Präsentation, beantwortet E-Mails, bereitet Kundentermine vor, pflegt die Website oder kümmert sich um organisatorische Aufgaben.

Diese Arbeit verschwindet natürlich nicht, nur weil dein Business wächst. Die entscheidende Frage ist allerdings: Wie viel davon muss tatsächlich noch von dir erledigt werden?

Denn jede Stunde, die du mit einer Aufgabe verbringst, die auch jemand anderes übernehmen könnte, fehlt dir an einer anderen Stelle.

2. Die Teamkoordinatorin

Sobald du Aufgaben abgibst, entsteht eine neue Rolle.

Jetzt geht es nicht mehr darum, alles selbst zu erledigen, sondern dafür zu sorgen, dass andere gut arbeiten können. Du definierst Abläufe, gibst Informationen weiter, entscheidest Details, gibst Feedback und sorgst dafür, dass Ergebnisse entstehen.

Das klingt zunächst ebenfalls nach operativer Arbeit – und teilweise ist es das auch. Der Unterschied ist jedoch entscheidend: Du bist nicht mehr für jeden einzelnen Arbeitsschritt verantwortlich.

Du beginnst, Ergebnisse über Strukturen und andere Menschen entstehen zu lassen.

3. Die Geschäftsführerin

In dieser Rolle geht es nicht darum, was heute noch alles erledigt werden muss.

Es geht darum, wohin dein Business geht.

Welche Ziele sind in diesem Jahr wirklich wichtig? Welche Projekte zahlen darauf ein? Wo verlieren wir Zeit oder Geld? Welche Angebote funktionieren? Was sollten wir nicht mehr machen? Wo braucht es neue Strukturen? Was ist gerade der größte Engpass?

Als Geschäftsführerin entscheidest du nicht nur, wie etwas umgesetzt wird. Du entscheidest zuerst, ob es überhaupt umgesetzt werden sollte.

Und genau diese Frage geht im vollen Unternehmerinnen-Alltag erstaunlich schnell verloren.

4. Die Visionärin

Diese Rolle ist wahrscheinlich diejenige, die im Tagesgeschäft am schnellsten verschwindet.

Die Visionärin beschäftigt sich nicht mit dieser Woche, sondern mit den nächsten Jahren.

Wie soll dein Business in drei oder fünf Jahren aussehen? Welche Veränderungen siehst du in deinem Markt? Welche Angebote werden künftig relevant? Welche Geschäftsbereiche möchtest du aufbauen – und welche vielleicht bewusst zurückfahren?

Hier entstehen Entscheidungen, die kurzfristig nicht unbedingt bequem oder lukrativ sein müssen, langfristig aber bestimmen, wohin sich dein Unternehmen entwickelt.

Dafür braucht es etwas, das in einem komplett durchgetakteten Kalender kaum entstehen kann: Abstand.

Im Business arbeiten oder am Business arbeiten?

Vielleicht kennst du den Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen längst. Trotzdem lohnt es sich, einmal sehr konkret auf den eigenen Kalender zu schauen.

Wenn du im Business arbeitest, hältst du den laufenden Betrieb aufrecht. Du kümmerst dich um Kundinnen, Content, Rechnungen, E-Mails, Technik, Organisation und all die kleinen Dinge, ohne die dein Business nicht funktionieren würde.

Wenn du am Business arbeitest, beschäftigst du dich mit den Voraussetzungen dafür, dass es sich weiterentwickeln kann.

Du schaust auf Zahlen. Du analysierst deine Angebote. Du überprüfst Prozesse. Du entscheidest, welche Aufgaben künftig nicht mehr bei dir liegen sollen. Du planst Kapazitäten. Du setzt Prioritäten. Du beschäftigst dich mit deiner Positionierung oder entwickelst neue Strukturen.

Beides ist Arbeit.

Aber nur weil dein Kalender komplett voll ist, bedeutet das noch lange nicht, dass du ausreichend Zeit in die Entwicklung deines Unternehmens investierst.

Und genau hier entsteht für viele Unternehmerinnen ein ziemlich unangenehmes Paradox:

Je erfolgreicher ihr Business wird, desto stärker werden sie im Tagesgeschäft gebraucht. Und je stärker sie dort gebraucht werden, desto weniger Zeit bleibt ihnen, das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Mehr arbeiten löst dieses Problem nicht

Wenn viel zu tun ist, liegt die vermeintlich einfachste Lösung auf der Hand: mehr schaffen.

Also optimieren wir unseren Kalender, suchen nach dem nächsten Produktivitätstool, automatisieren noch einen Prozess oder versuchen, konzentrierter zu arbeiten.

Natürlich kann das sinnvoll sein.

Aber irgendwann stößt dieses Prinzip an eine ziemlich natürliche Grenze: deine verfügbare Zeit.

Wenn dein Business nur weiter wachsen kann, indem du persönlich noch effizienter wirst oder noch mehr Stunden arbeitest, hast du kein Produktivitätsproblem mehr. Du hast ein strukturelles Problem.

Wachstum entsteht ab diesem Punkt nicht durch mehr Arbeitszeit, sondern durch mehr strategische Zeit.

Und genau diese Zeit musst du dir bewusst schaffen.

Nicht irgendwann, wenn endlich weniger los ist.

Denn dieser Zeitpunkt kommt meistens nicht.

Schau nicht auf deine To-do-Liste. Schau auf deine Rolle.

Eine der hilfreichsten Fragen ist deshalb nicht: „Was muss ich diese Woche alles erledigen?“

Sondern:

In welcher Rolle verbringe ich eigentlich den größten Teil meiner Woche?

Wenn 80 oder 90 Prozent deiner Zeit weiterhin in operativer Umsetzung stecken, kannst du nicht gleichzeitig erwarten, dass du dein Business strategisch führst.

Das bedeutet nicht, dass du ab morgen nichts mehr selbst machen darfst. Und es bedeutet auch nicht, dass du sofort ein großes Team brauchst.

Es bedeutet vielmehr, Stück für Stück Platz für die anderen Rollen zu schaffen.

Vielleicht beginnst du mit zwei Stunden pro Woche, in denen du nicht an Kundenprojekten, Content oder deiner Inbox arbeitest. Vielleicht schaust du dir in dieser Zeit deine Zahlen an. Vielleicht überprüfst du ein Angebot, dokumentierst einen Prozess oder entscheidest endlich, welche drei Projekte du in diesem Quartal bewusst nicht umsetzt.

Entscheidend ist weniger, wie viele Stunden es am Anfang sind.

Entscheidend ist, dass diese Arbeit überhaupt einen festen Platz bekommt.

Die Frage ist nicht, wie viel du noch schaffen kannst

Viele Unternehmerinnen versuchen an einem bestimmten Wachstumspunkt, noch mehr aus sich selbst herauszuholen.

Dabei wäre eine andere Frage viel wichtiger:

Was sollte in meinem Business nicht mehr von mir abhängen?

Genau dort beginnt der Wechsel von der Mitarbeiterin zur Unternehmerin.

Du hörst nicht auf zu arbeiten. Deine Arbeit verändert sich.

Du setzt weniger selbst um und entscheidest mehr. Du löst weniger einzelne Aufgaben und entwickelst mehr Strukturen. Du reagierst weniger auf das, was gerade auf deinem Schreibtisch landet, und bestimmst stärker, worauf dein Unternehmen seine Zeit, Energie und Ressourcen verwendet.

Und vielleicht ist genau das der nächste Wachstumsschritt, den dein Business gerade braucht.

Nicht noch eine Stunde mehr, sondern mehr Zeit in der richtigen Rolle.

Virtuelle Assistentin Schweiz
Über die Autorin

Ich bin Jacqueline, virtuelle Assistentin auf selbständiger Basis, Familienmanagerin und bis vor kurzem Studentin für einen Bachelor of international Management im Fernstudium.

Während meiner Zeit als Geschäftsleitungsassistentin habe ich gemerkt, dass ich gerne plane, organisiere und strukturiere und das Talent habe, anderen Menschen das Leben “administrativ” zu erleichtern. Meine Mission als VA ist es, meinen Kundinnen durch meine Unterstützung mehr Freiheit, Leichtigkeit und Zeit zu schenken – für eine bessere Work-Life-Balance! Ich bin strukturiert und organisiert und habe immer ein Lächeln im Gesicht. In neue Software und Systeme kann ich mich sehr schnell einarbeiten und denke nicht nur über Prozesse nach, sondern entwickle sie auch gerne (mit dir) weiter. Wenn du mehr über meinen Background sowie meine WORK – LIFE – BALANCE wissen möchtest, schau doch gern mal auf der Seite Das bin ich!vorbei