Warum Chaos im Business so viel Energie kostet
In den letzten Jahren als virtuelle Assistentin durfte ich hinter die Kulissen von ganz unterschiedlichen Unternehmen schauen. Ich habe mit Coaches, Berater:innen, Online-Unternehmer:innen, Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten gearbeitet. Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Geschäftsmodelle, unterschiedliche Persönlichkeiten.
Und trotzdem begegnen mir immer wieder dieselben Herausforderungen.
Passwörter, die niemand mehr findet. Dateien mit Namen wie „final“, „final_neu“ oder „final_final_wirklich_final“. Rechnungen, die irgendwo zwischen Download-Ordner, E-Mail-Postfach und Cloud-Speicher verschwunden sind. Tools, die eingeführt wurden, aber niemand mehr richtig nutzt.
Das Spannende daran: Die meisten dieser Menschen würden sich selbst nicht als chaotisch bezeichnen.
Im Gegenteil.
Viele sind hervorragend organisiert, erfolgreich in ihrem Fachgebiet und meistern täglich eine beeindruckende Menge an Aufgaben. Von aussen betrachtet läuft alles.
Und trotzdem kostet sie ihr Business oft mehr Energie, als eigentlich nötig wäre. Die Ursache liegt dabei selten in den grossen Projekten oder anspruchsvollen Kund:innen. Die eigentlichen Energieräuber sind oft die vielen kleinen Dinge im Hintergrund. Der Login, der gerade nicht funktioniert. Die Datei, die irgendwo gespeichert wurde. Der Beleg, den man eigentlich längst hätte ablegen wollen. Die Notiz, von der man weiss, dass sie existiert – nur nicht mehr wo.
Jede einzelne dieser Unterbrechungen dauert vielleicht nur wenige Minuten. Manchmal sogar nur Sekunden. Doch in der Summe entsteht daraus etwas, das viele Selbständige kennen: das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein und trotzdem nie ganz alles im Griff zu haben.
Und ganz ehrlich? Ich kenne das auch.
Nicht in allen Bereichen, aber in manchen durchaus. Über die Jahre habe ich deshalb einige Strategien entwickelt, die mir helfen, Ordnung zu halten, ohne ständig aufräumen und organisieren zu müssen. Darauf komme ich später im Artikel noch zurück.
Warum unser Gehirn Chaos hasst
Wenn wir über Chaos im Business sprechen, denken viele zuerst an verlorene Zeit. Tatsächlich ist Zeit aber oft gar nicht das grösste Problem.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Du suchst eine Rechnung und findest sie nach drei Minuten. Objektiv betrachtet ist das kein Drama. Drei Minuten sind schnell vorbei. Trotzdem fühlt sich die Situation oft deutlich anstrengender an, als sie eigentlich sein müsste.
Der Grund dafür liegt nicht in den drei Minuten selbst. Während du suchst, unterbrichst du eine andere Aufgabe, wechselst gedanklich das Thema und beschäftigst dich plötzlich mit etwas, das eigentlich gar keine Aufmerksamkeit verdienen sollte. Danach musst du erst wieder zurückfinden in das, woran du ursprünglich gearbeitet hast.
Genau diese kleinen Unterbrechungen summieren sich im Alltag von Selbständigen erstaunlich schnell. Da funktioniert ein Login nicht, dort ist eine Datei nicht auffindbar oder ein Tool macht nicht das, was es eigentlich sollte. Jede einzelne Situation wirkt harmlos. Unser Gehirn behandelt sie allerdings nicht als Kleinigkeit. Es muss jedes Mal neu entscheiden, priorisieren und umschalten.
Noch spannender finde ich aber etwas anderes. Viele dieser kleinen Probleme lösen wir nicht sofort. Wir verschieben sie. Nicht, weil wir faul wären oder keine Lust haben zu arbeiten, sondern weil wir bereits ahnen, dass hinter dem eigentlichen Problem noch mehr Arbeit wartet.
Aus einer fehlenden Rechnung wird plötzlich das Projekt «Belege organisieren». Aus einem verlorenen Passwort wird der Vorsatz, endlich einmal alle Logins sauber zu verwalten. Und aus einem überfüllten Download-Ordner wird die Erkenntnis, dass man eigentlich die komplette Ordnerstruktur überarbeiten müsste.
Also machen wir das, was vermutlich die meisten Menschen tun würden: Wir schieben das Thema auf später. Schliesslich gibt es gerade wichtigere Dinge. Kund:innen, Projekte, Termine oder Aufgaben, die dringender erscheinen.
Das Problem ist nur, dass die Aufgabe damit nicht verschwindet. Sie bleibt im Hinterkopf bestehen. Jedes Mal, wenn wir wieder über dieselbe Baustelle stolpern, erinnert uns unser Gehirn daran, dass da noch etwas offen ist. Und genau diese offenen Schleifen kosten oft deutlich mehr Energie als die eigentliche Aufgabe selbst.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du sitzt am Abend auf dem Sofa und kannst gar nicht genau sagen, warum du so erschöpft bist. Der Tag war nicht besonders schwierig, es ist nichts Dramatisches passiert und trotzdem fühlst du dich ausgelaugt. Häufig liegt das nicht an den grossen Aufgaben, sondern an der Summe all dieser kleinen Entscheidungen, Unterbrechungen und offenen Baustellen, die den ganzen Tag über Aufmerksamkeit eingefordert haben.
Genau deshalb bin ich überzeugt, dass Ordnung im Business viel weniger mit Perfektion zu tun hat, als viele denken. Es geht nicht darum, dass jeder Ordner makellos aussieht oder jede Datei perfekt abgelegt ist. Es geht darum, die Dinge zu organisieren, die uns jeden Tag unnötig Energie kosten.
Warum wir genau die Dinge aufschieben, die uns entlasten würden
Je länger ich mit Selbständigen arbeite, desto häufiger fällt mir auf, wie ähnlich wir Menschen in bestimmten Situationen reagieren. Die meisten wissen sehr genau, welche Dinge ihnen das Leben erleichtern würden. Sie wissen, dass sie ihre Passwörter besser organisieren sollten, dass der Download-Ordner längst einmal aufgeräumt werden müsste oder dass sich die Ablagestruktur über die Jahre etwas verselbstständigt hat. Trotzdem passiert oft erstaunlich wenig.
Das hat aus meiner Sicht wenig mit mangelnder Disziplin zu tun. Vielmehr liegt es daran, dass viele dieser Aufgaben keine unmittelbare Belohnung versprechen. Wenn wir einen Auftrag abschliessen, einen Kunden gewinnen oder ein Projekt erfolgreich umsetzen, sehen wir sofort ein Ergebnis. Die Arbeit hat einen sichtbaren Nutzen. Bei organisatorischen Themen ist das oft anders. Niemand klatscht Beifall, weil der Download-Ordner wieder leer ist. Niemand sieht, dass die Passwörter jetzt sauber verwaltet werden oder dass die Belege endlich einen festen Platz haben.
Gleichzeitig werden genau diese Aufgaben mit der Zeit immer unangenehmer. Je länger wir sie vor uns herschieben, desto grösser erscheinen sie in unserem Kopf. Aus einer kleinen Aufräumaktion wird gedanklich plötzlich ein riesiges Projekt. Man nimmt sich vor, irgendwann einmal alles neu zu organisieren, die Ordnerstruktur zu überarbeiten, die Passwörter aufzuräumen oder die digitale Ablage endlich in Ordnung zu bringen. Und weil dafür vermeintlich ein ganzer freier Tag nötig wäre, passiert oft gar nichts.
Das Problem dabei ist, dass die Aufgabe nicht verschwindet. Sie bleibt irgendwo im Hinterkopf bestehen. Jedes Mal, wenn wir wieder über dieselbe Baustelle stolpern, erinnert uns unser Gehirn daran, dass da noch etwas offen ist. Vielleicht kennst du diesen Gedanken: «Ich müsste wirklich mal …» Genau dieser Satz taucht erstaunlich oft bei den Dingen auf, die wir schon lange vor uns herschieben.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass mich nicht die eigentliche Aufgabe Energie kostet, sondern das ständige Mittragen dieser offenen Baustellen. Das permanente Wissen, dass da noch etwas erledigt werden sollte. Genau deshalb habe ich irgendwann aufgehört, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten, an dem ich alles auf einmal in Ordnung bringe. Stattdessen habe ich angefangen, einfache Routinen und Systeme aufzubauen, die verhindern, dass sich das Chaos überhaupt erst zu gross entwickeln kann.
Meine persönliche Strategie gegen Chaos
Irgendwann habe ich aufgehört zu glauben, dass es den einen Moment geben wird, an dem plötzlich alles perfekt organisiert ist.
Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch. Man nimmt sich vor, irgendwann einmal einen ganzen Tag freizuschaufeln, um endlich Ordnung zu schaffen. Die Ordner aufzuräumen, die Passwörter zu organisieren, die Ablage zu überarbeiten und all die kleinen Baustellen zu erledigen, die sich über Monate oder Jahre angesammelt haben.
Bei mir hat das nie funktioniert.
Nicht, weil ich unorganisiert wäre, sondern weil der Alltag dazwischenkommt. Kund:innen, Projekte, Familie, spontane Ideen und alles, was sonst noch Aufmerksamkeit braucht. Also habe ich irgendwann angefangen, anders darüber nachzudenken.
Heute versuche ich nicht mehr, perfekte Ordnung zu schaffen. Stattdessen kümmere ich mich um die Bereiche, die mir im Alltag den grössten Nutzen bringen.
Ein gutes Beispiel dafür ist mein Passwortmanagement. Früher habe ich Passwörter wie viele andere Menschen behandelt: irgendwie gespeichert, irgendwo notiert oder darauf vertraut, dass ich sie schon wieder finden würde. Heute nutze ich konsequent einen Passwortmanager – beruflich, privat und gemeinsam mit meiner Familie. Das bedeutet nicht nur mehr Sicherheit, sondern vor allem weniger Nachdenken. Wenn ich einen Zugang brauche, weiss ich, wo er liegt. Ich muss nicht suchen, nichts zurücksetzen und keine Zeit damit verbringen, mich an irgendein Passwort zu erinnern.
Ein weiterer Bereich, der für mich einen grossen Unterschied gemacht hat, ist meine digitale Ablage. Seit einiger Zeit räume ich jede Woche bewusst meinen Download-Ordner und meinen Desktop auf. Das dauert meist nur wenige Minuten, verhindert aber, dass sich über Wochen hinweg hunderte Dateien ansammeln, die später wieder sortiert werden müssen.
Ähnlich halte ich es mit meinem Arbeitsplatz. Bevor ich ins Wochenende starte, räume ich normalerweise meinen Schreibtisch und mein Büro auf. Nicht, weil ich ein besonders ordnungsliebender Mensch bin, sondern weil ich gemerkt habe, wie angenehm es ist, am Montagmorgen nicht zuerst mit den Überresten der letzten Woche konfrontiert zu werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bei mir alles perfekt läuft.
Wenn ich ehrlich bin, gibt es auch heute noch Bereiche, die ich gerne konsequenter angehen würde. Meine Handyfotos gehören definitiv dazu. Immer wieder nehme ich mir vor, regelmässig auszusortieren und Ordnung zu schaffen. Und genauso regelmässig stelle ich fest, dass sich dort wieder mehr angesammelt hat, als mir lieb ist.
Genau deshalb glaube ich auch nicht an Perfektion.
Ordnung bedeutet für mich nicht, dass jeder Bereich meines Lebens makellos organisiert sein muss. Es geht vielmehr darum, die wenigen Dinge zu identifizieren, die jeden Tag unnötig Energie kosten, und dafür einfache Lösungen zu finden.
Denn oft braucht es gar keine riesigen Projekte oder komplizierten Systeme. Manchmal reicht schon eine kleine Routine, die verhindert, dass aus einer überschaubaren Aufgabe irgendwann eine mentale Dauerbaustelle wird.
Was ich in den letzten Jahren gelernt habe
Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, dann ist eine Erkenntnis immer wieder dieselbe geblieben: Die meisten Menschen brauchen nicht mehr Disziplin. Sie brauchen auch nicht zwingend mehr Zeit.
Oft brauchen sie einfach weniger Reibung im Alltag.
Viele der Selbständigen, mit denen ich zusammenarbeite, sind unglaublich engagiert. Sie arbeiten hart, kümmern sich um ihre Kund:innen und bringen ihre Projekte voran. Das Problem ist selten mangelnder Einsatz. Häufig fehlt einfach eine Struktur im Hintergrund, die sie entlastet, statt zusätzliche Energie zu kosten.
Dabei geht es nicht darum, alles perfekt zu organisieren oder jedes Detail zu optimieren. Die wenigsten Menschen haben Zeit oder Lust, sich stundenlang mit Ordnerstrukturen, Passwörtern oder Ablagesystemen zu beschäftigen. Müssen sie auch nicht.
Viel wichtiger ist die Frage, welche Bereiche im Alltag immer wieder Aufmerksamkeit fordern, obwohl sie das eigentlich gar nicht sollten, denn genau dort steckt oft der grösste Hebel.
Ein Passwort, das jedes Mal gesucht werden muss. Ein Download-Ordner, der ständig voller wird. Eine Rechnung die nicht da ist. Eine Ablage, die nie ganz fertig organisiert ist. Für sich genommen sind das Kleinigkeiten. In der Summe können sie jedoch erstaunlich viel Energie binden.
Deshalb hat sich mein Blick auf das Thema Ordnung im Laufe der Jahre verändert.
Heute sehe ich Struktur nicht mehr als Selbstzweck. Es geht nicht darum, möglichst ordentlich zu wirken oder ein perfektes System aufzubauen. Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen für die Dinge, die wirklich wichtig sind.
Für Kund:innen. Für neue Ideen. Für Projekte, die Freude machen. Und manchmal auch einfach für einen Feierabend, an dem nicht ständig das Gefühl mitschwingt, dass eigentlich noch irgendwo etwas erledigt werden müsste.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mich das Thema bis heute so beschäftigt. Nicht weil ich Ordnung liebe, sondern weil ich immer wieder sehe, wie viel leichter sich ein Business anfühlen kann, wenn die kleinen organisatorischen Baustellen nicht ständig Aufmerksamkeit fordern.
Und genau deshalb gibt es Back-Office in a Box
Viele der Themen, über die ich in diesem Artikel geschrieben habe, begegnen mir immer wieder in der Zusammenarbeit mit Kund:innen. Nicht als grosse Probleme oder akute Krisen, sondern als kleine organisatorische Baustellen, die täglich ein wenig Energie kosten.
Genau daraus ist auch Back-Office in a Box entstanden.
Nicht, weil ich glaube, dass jede Selbständige perfekte Systeme braucht. Und auch nicht, weil plötzlich alles bis ins letzte Detail organisiert sein muss, sondern weil ich immer wieder sehe, wie viel leichter sich der Alltag anfühlt, wenn die Grundlagen im Hintergrund funktionieren.
Wenn Passwörter dort sind, wo sie hingehören. Wenn Belege nicht gesucht werden müssen. Wenn Dateien einen festen Platz haben und nicht jede kleine organisatorische Aufgabe unnötig Aufmerksamkeit fordert.
Back-Office in a Box ist deshalb kein weiterer Kurs, den du irgendwann einmal anschauen solltest. Es ist ein geführter Einstieg, mit dem du die wichtigsten Grundlagen für dein digitales Back-Office aufbaust – Schritt für Schritt und ohne Technik-Chaos.
Denn manchmal braucht es keine grossen Veränderungen.
Manchmal reicht es, ein paar der kleinen Baustellen zu schliessen, die schon viel zu lange Energie kosten.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, findest du hier alle Informationen zu Back-Office in a Box.
Ich bin Jacqueline, virtuelle Assistentin auf selbständiger Basis, Familienmanagerin und bis vor kurzem Studentin für einen Bachelor of international Management im Fernstudium.
Während meiner Zeit als Geschäftsleitungsassistentin habe ich gemerkt, dass ich gerne plane, organisiere und strukturiere und das Talent habe, anderen Menschen das Leben “administrativ” zu erleichtern. Meine Mission als VA ist es, meinen Kundinnen durch meine Unterstützung mehr Freiheit, Leichtigkeit und Zeit zu schenken – für eine bessere Work-Life-Balance! Ich bin strukturiert und organisiert und habe immer ein Lächeln im Gesicht. In neue Software und Systeme kann ich mich sehr schnell einarbeiten und denke nicht nur über Prozesse nach, sondern entwickle sie auch gerne (mit dir) weiter. Wenn du mehr über meinen Background sowie meine WORK – LIFE – BALANCE wissen möchtest, schau doch gern mal auf der Seite Das bin ich!vorbei






